Schlafapnoe / Schlafapnoescreening

Schlafapnoe / Schlafapnoescreening

Schnarchen ist ein im Schlaf überwiegend einatmungsabhängig auftretendes Geräusch. Ursächlich für das Entstehen von Schnarchgeräuschen sind Schwingungen des Gaumensegels und der seitlichen Rachenwände bei fehlender oder zu geringer Muskelspannung der oberen Atemwege.

Insbesondere ein lautes Schnarchen kann auf eine folgenschwere Erkrankung, wie das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom hinweisen.

"Apnoe" bedeutete bei den alten Griechen Windstille. Heute bezeichnen wir mit Schlafapnoe jenen krankhaften Zustand, wenn bei chronischem Schnarchen plötzlich der Atem stillsteht.

Wenn ein Atemstillstand mindestens 10 Sekunden dauert und mindestens 10 mal in einer Stunde nachweisbar ist, spricht man von einer Schlafapnoe. Solche Erstickungsanfälle können bis zu 600 mal in der Nacht auftreten.

Die weitaus häufigste Form der Schlafapnoe ist das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS):

Bei der OSAS verschließt sich während des Einatmens der Rachen durch unvollständige Muskelentspannung. Durch den entstehenden Unterdruck im Rachenraum verstärkt sich dieser Zustand noch. Somit gelangt keine frische und sauerstoffreiche Luft in die Lungen und der Mensch droht zu ersticken. Es kommt aber zu keiner Erstickung, da das Gehirn auf die Atemsignale reagiert. Der Sauerstoffmangel im Blut und in erster Linie im Gehirn stellen eine Bedrohung für den Menschen dar und bewirken eine Überlebensreaktion. Der Mensch schreckt auf, ohne richtig wach zu werden, holt mit einem lauten Schnarchen tief Luft und beginnt wieder zu atmen, die Sauerstoffsättigung im Blut und der Herzschlag normalisieren sich, - aber nur bis zur nächsten Atempause!

In Deutschland sind 1-2 % der Frauen und 2-4 % der Männer im mittleren Lebensalter vom OSAS betroffen, also etwa 800.000 Menschen.

Der Abfall des Sauerstoffgehaltes im Blut sowie der Unterdruck im Brustkorb und die damit verbundenen kurzen Weckreaktionen des Körpers führen zu Tagesmüdigkeit, Ein - und Durchschlafstörungen, Stress, Konzentrationsstörungen, Sekundenschlafattacken, depressiver Verstimmung und Impotenz. Daraus resultieren z.B. eine Reihe von Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkte oder Schlaganfälle, aber auch Erkrankungen wie Magengeschwüre, Tinnitus und Hörsturz können die Folge sein.

Neben dem Beschwerdebild des Patienten ist die wichtigste Untersuchung das Schlafapnoescreening. Hier werden ähnlich wie beim Langzeit-EKG, aber umfangreicher, Parameter wie die Sauerstoffsättigung, Atemanstrengung der Brust und Bauchmuskulatur sowie der Atemfluss mit Schnarchereignissen aufgezeichnet. Der Patient schläft wie gewohnt zu Hause.

Im Falle eines krankhaften Schlafapnoe-Index (mindestens 10 Apnoephasen über 10 Sekunden) würde möglicherweise eine weitere Untersuchung im Schlaflabor erforderlich werden.

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