Kardiomyopathie

Kardiomyopathie

Unter einer Kardiomyopathie (Fachbegriff für Herzmuskelerkrankung) versteht man eine Erkrankung der Herzmuskulatur selbst. Eine Kardiomyopathie entsteht also nicht als Folge von anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z. B. Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung oder Herzklappenschädigungen.

Bei einer Kardiomoypathie kommt es zur Verdickung des Herzmuskels und/oder Ausweitung der Herzhöhlen. Je nach ihrem Erscheinungsbild unterteilt man diese Erkrankung in verschiedene Formen. Die zwei häufigsten Formen sind die

  1. Dilatative (oder kongestive) Kardiomyopathie: Bei dieser Form dehnen sich die Herzhöhlen auf und werden größer.
  2. Hypertrophische Kardiomyopathie: Hier nimmt die Muskelmasse des Herzmuskels zu, das Herz vergrößert sich.

Bei vielen Kardiomyopathien spielt die Vererbung eine wichtige Rolle. Hier findet man häufig Genveränderungen (sog. Mutationen) in den Bereichen der menschlichen Erbmasse, die für die Bestandteile der Herzmuskulatur verantwortlich sind. Diese „Gendefekte“ erklären auch das familiär gehäufte Auftreten mancher Kardiomyopathien.

Männer sind häufiger von einer dilatativen Kardiomyopathie betroffen als Frauen. Auch hier wird in bis zu 20 % der Fälle von einer erblichen Veranlagung für die Erkrankung ausgegangen.

Kardiomyopathien können auch als Folge anderer Erkrankungen entstehen, z.B. durch bestimmte Stoffwechsel- und Bindegewebserkrankungen, als Schwangerschaftskomplikation oder durch Einwirkung von schädigenden Stoffen wie Giften oder bei chronischem Alkoholmissbrauch.

Auch Entzündungen des Herzmuskels, Myokarditis genannt, können bei schweren Verläufen zu einer Kardiomyopathie führen. Als weitere Ursache gilt eine fälschlicherweise gegen den eigenen Herzmuskel gerichtete Immunreaktion der körpereigenen Abwehrzellen, die durch einen Virusinfekt ausgelöst wird.

Kardiomyopathien sind Herzmuskelerkrankungen, die mit Funktionsstörungen des Herzens einhergehen. Es können je nach Erscheinungsbild der Kardiomyopathie verschieden Beschwerden auftreten, wie

  • Leistungsminderung oder rasche Ermüdbarkeit
  • Atemnot bei Belastung
  • Herzklopfen, Engegefühl im Brustraum
  • Herzrhythmusstörungen
  • Schwindel
  • kurze Bewusstseinsverluste während oder kurz nach Belastung

    Häufig entwickeln sich im Laufe einer Kardiomyopathie auch die klinischen Beschwerden einer Herzinsuffizienz.

    Im schlimmsten Fall kann eine Kardiomyopathie auch zum plötzlichen Herztod führen, ohne dass vorher Symptome aufgetreten wären.

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