Diabetes mellitus

Diabetes mellitus

„Diabetes tut nicht weh“ heißt es. Dies könnte auch der Grund dafür sein, dass die Zuckerkrankheit häufig erst spät entdeckt und nur unzureichend behandelt wird, obwohl sie eine ernstzunehmende Krankheit ist. Viele Menschen wissen z.B. nicht, dass die Stoffwechselerkrankung Diabetes auch Veränderungen der Blutgefäße verursacht. Diese können bei unerkanntem oder schlecht eingestelltem Diabetes Folgeschäden wie Durchblutungsstörungen, vermehrte Schlaganfälle und Herzinfarkte nach sich ziehen. Grundsätzlich sind alle Diabetiker Hochrisikopatienten für Herz-Kreislauferkrankungen.

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)  ist eine weit verbreitete Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzucker chronisch erhöht ist. Sie beginnt schleichend und Symptome werden oft übersehen. Mittlerweise sind etwa 10% der europäischen Bevölkerung von der Zuckerkrankheit betroffen.

Im gesunden Organismus sorgt das körpereigene Hormon Insulin dafür, Schwankungen des Blutzuckerspiegels zu korrigieren. Ist die Insulinproduktion gestört oder reagiert der Körper nicht mehr ausreichend auf das Insulin, kommt es zur Diabetes. Der Energieträger Glukose (ein Zucker), der normalerweise über den Blutstrom im Körper zum Verbrauch verteilt wird, kann nun nicht mehr ausreichend in den Körperzellen abgeliefert werden. Er verbleibt als Blutzucker im Blut und kann die Gefäße schädigen. Vor allem das Gehirn ist auf eine Zuführung von Glukose angewiesen und reagiert empfindlich auf eine Störung der Energieversorgung.

Je nach Auslöser der Zuckerkrankheit unterscheidet man verschiedene Typen des Diabetes. Die häufigsten Formen sind:

Diabetes Typ 1

Eine Fehlsteuerung des Immunsystems verursacht die Zerstörung der  insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse, so dass der Körper nur noch wenig oder gar kein Insulin mehr bilden kann. Als Ursache werden neben erblichen Faktoren auch Virusinfektionen vermutet. Die meisten Neuerkrankungen betreffen Kinder und Jugendliche.

Diabetes Typ 2

Bei diesem Diabetes-Typ wird zwar Insulin produziert, doch die Körperzellen reagieren kaum noch oder nicht mehr darauf. Der Arzt spricht dann von einer Insulinresistenz. Um dieses Nichtreagieren auszugleichen, bildet die Bauchspeicheldrüse immer größere Mengen von Insulin, bis sie erschöpft ist.  Neben genetischen Faktoren spielt wahrscheinlich der Lebensstil (Übergewicht, Bewegungsmangel) eine große Rolle bei der Entstehung der Erkrankung. Waren bisher vor allem ältere Menschen von Typ-2-Diabetes betroffen, erkranken mittlerweile immer häufiger auch Kinder und Jugendliche.

Schwangerschaftsdiabetes

Während der Schwangerschaft tritt bei einigen Frauen Diabetes auf. Nach der Geburt normalisiert sich der Zuckerstoffwechsel jedoch in den meisten Fällen wieder. Trotzdem ist eine Behandlung des Diabetes zum Schutz der Mutter und des ungeborenen Kindes notwendig.

An der Entstehung von Diabetes sind viele verschiedene Gene beteiligt. Aber nicht jeder, der eines oder mehrere dieser Genvarianten besitzt, erkrankt automatisch. Wer Verwandte mit Typ-1-Diabetes hat, trägt zwar ein höheres Risiko, an diesem Diabetes-Typ zu erkranken. Die große Mehrheit der Typ-1-Diabetiker hat jedoch keine familiäre Belastung. Bei diesen Menschen spielen vermutlich Umwelteinflüsse wie Infektionen und Ernährung eine entscheidende Rolle, aber auch Stress, chemische Substanzen oder Impfungen werden als mitbeteiligt vermutet.

Bei Typ-2-Diabetes stehen Übergewicht, falsche Ernährung und Bewegungsmangel als Ursachen im Vordergrund, aber auch genetische Faktoren sind beteiligt. Ein weiterer Risikofaktor ist das Alter: je älter ein Mensch ist, desto größer ist sein Risiko, an diesem Diabetes-Typ zu erkranken.

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